Wie viel verdient ein Polizist?

Kai

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Polizistin vor Streifenwagen

Polizisten sind eine unverzichtbare Kraft in unserer Gesellschaft, da sie dazu beitragen, Recht und Sicherheit zu gewährleisten. Doch wie viel verdienen Polizisten? Mit diesem Ratgeber erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Gehaltsspanne eines Beamten sowie die verschiedenen Faktoren, die den Verdienst beeinflussen. Wir benutzen das Wort Gehalt als Synonym für Besoldung.

Das Wichtigste in Kürze:

Polizisten in Deutschland können mit einer Einstiegsbesoldung zwischen 2147 Euro brutto (Berlin) und 2595,50 Euro brutto (Nordrhein-Westfalen) rechnen. Das Brutto-Netto-Verhältnis ist dabei sehr günstig. Nach der Ausbildung und Übernahme in den aktiven Dienst steigt die Gehaltsklasse, sodass erfahrene Polizistinnen und Polizisten mit Verdiensten von bis zu 60.000 Euro pro Jahr rechnen können.

Zusätzlich zum Grundgehalt erhalten Polizisten Zulagen und Sonderzahlungen, darunter Schichtzulagen, Überstundenzuschläge und Erschwerniszulagen. Auch Anpassungen im Bundesbesoldungsgesetz wurden vorgenommen, um die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse zu berücksichtigen.

Der Standortfaktor beeinflusst die Gehaltshöhe erheblich, wobei Bayern und Baden-Württemberg höhere Einkommen bieten. Die Krankenvorsorge erfolgt privat, wobei der Dienstherr finanzielle Unterstützung in Form von Beihilfe oder freier Heilfürsorge anbietet. Letztere deckt den gesamten Krankenversicherungsbeitrag, während bei ersterer der Dienstherr die Hälfte übernimmt.

Einstiegsgehalt und Entwicklung:

Polizisten erhalten in der Regel ein Einstiegsgehalt zwischen 2.500 und 3.500 Euro pro Jahr, welches je nach Bundesland variieren kann. In Nordrhein-Westfalen (NRW) ist es mit 2595,50 Euro brutto pro Monat am höchsten. Im Vergleich dazu liegt das Gehalt in Berlin bei 2147 Euro brutto im Monat – was aufs Jahr gesehen 5300 Euro weniger als in NRW bedeutet und somit den niedrigsten Wert in Deutschland ergibt.
Doch selbst dieses relativ niedrige Einstiegsgehalt lohnt sich für Polizisten: Der Brutto-Netto Spread ist deutlich besser als bei anderen Berufsgruppen. So erhalten Beamte im ersten Berufsjahr mehr netto vom brutto als Angestellte: Aus 25.772 Euro brutto werden 20.536 Euro netto auf dem Konto gutgeschrieben.
Mit erfolgreichem Abschluss der Ausbildung und der Übernahme in den aktiven Dienst wird die Gehaltsklasse angehoben. Berufserfahrung und bestandene Beförderungsprüfungen bieten weitere Verdienstmöglichkeiten bis hin zu 4.000 bis 6.000 Euro pro Jahr für erfahrene Polizisten.

Dienstgrade und Verantwortung:

Das Beamtengesetz regelt die Vergütung für Bundespolizisten. Während der Ausbildung erhalten Polizeianwärter Anwärterbezüge, abhängig davon, ob sie eine Ausbildung zum Polizeimeister (im mittleren Dienst) oder zum Polizeikommissaranwärter (gehobener Dienst) absolvieren. Im mittleren Dienst liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei rund 1.200 Euro und im höheren Dienst bei etwa 1.400 Euro pro Monat.

Gehalt im gehobenen Dienst

Die Gehaltstabelle für Beamte der höheren Dienstklasse umfasst drei unterschiedliche Gehaltsstufen. Polizeikommissare und Kriminalkommissare werden in die Besoldungsgruppe A9 eingestuft, während Polizeioberkommissare nach A10 vergütet werden. Das bedeutet monatliche Bruttogehälter von 3.575 bis 5.814 Euro je nach Bundesland und Position (A11 oder A12).

Gehalt im höheren Dienst

Polizisten können sich durch ihren Einsatz und Engagement in den höheren Polizeidienst etablieren. Hier gibt es drei Karrierestufen, die jeweils eine unterschiedliche Besoldungsgruppe mit sich bringen. In der Gruppe A13 erhalten Polizisten ein monatliches Gehalt zwischen 5.046 und 6.327 Euro, während Polizeioberräte in der Gruppe A14 mit einem Gehalt von 5.183 bis 6.972 Euro pro Monat belohnt werden. Die höchste Stufe ist die des Polizeidirektors, der als Teil der Besoldungsgruppe A15 ein Gehalt von 6.289 bis 7.846 Euro im Monat bezieht

Zulagen und Sonderzahlungen

Polizistinnen und Polizisten erhalten neben ihrem Grundgehalt zusätzliche Vergütungen, die je nach Position und individueller Situation variieren können. Dazu gehören Schichtzulagen für Nacht- oder Wochenendarbeit, Überstundenzuschläge sowie Erschwerniszulagen für besondere Belastungssituationen. Zudem gibt es Versorgungsleistungen im Alter sowie Zuschüsse für Ehepartner und Kinder. Diese zusätzlichen Leistungen können einen beträchtlichen Einfluss auf das Gesamteinkommen haben.

Anpassung Bundesbesoldungsgesetz

Jüngst wurden die Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage sowie die Anpassung der Besoldung durch den Bundestag beschlossen. Mit dem Gesetz werden die Dienst- und Versorgungsbezüge im Bund an die Entwicklung der allgemeinen wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse angepasst. Die Anhebung zum 1. März 2024 basiert auf den Tarifverhandlungen vom 22. April 2023, sodass das Ergebnis „zeit- und wirkungsgleich übernommen“ wird. Dies beinhaltet eine Erhöhung der Grundgehälter in allen Besoldungsgruppen sowie des Auslandszuschlags um 200 Euro Sockelbetrag plus 5,3 Prozent linear – abzüglich 0,2 Prozentpunkten für die Versorgungsrücklage. Außerdem erhalten Beamte Sonderzahlungen als Inflationsausgleich, um die Ergebnisse der Tarifrunde 2023 des TVöD angemessen zu reflektieren.

Nachfolgend die Besoldungstabelle (A3 bis A16) ab dem 1.3.2024:

Standortfaktor

In vielen Ländern gibt es deutliche Unterschiede in Bezug auf die Höhe der Gehälter. In der Regel sind höhere Einkommen mit geringeren Kosten für den Lebensunterhalt verbunden. Besonders Bayern und Baden-Württemberg zählen hierzu, da dort die Gehälter über dem Durchschnitt liegen.
Ein Besoldungsvergleich von finanzcop.de aus dem Jahr 2021 stellte den Bund als bestzahlenden Dienstherren heraus. Bei den Ländern zahlte Hamburg 2021 die höchste Besoldung aller Länder mit 3.078 EUR, gefolgt von Bayern mit 3.066 EUR. Der durchschnittliche Wert für alle Dienstherren lag bei 2.913 EUR. Als Schlusslicht gilt Mecklenburg-Vorpommern mit 2.756 EUR.

Besonderheit Krankenvorsorge

Als Polizist ist man nicht gesetzlich krankenversichert wie ein Arbeitnehmer, sondern muss privat versichert sein. Um diese Kosten zu decken, bietet der Dienstherr finanzielle Unterstützung an. Es gibt zwei Arten: die Beihilfe und die freie Heilfürsorge. Bei der Beihilfe übernimmt der Dienstherr die Hälfte des PKV-Beitrages (Private Krankenversicherung), was monatliche Kosten von rund 250 EUR bedeutet. Mit der freien Heilfürsorge übernimmt er den gesamten Beitrag für die Krankenversicherung – theoretisch also null Euro pro Monat, praktisch jedoch ca. 50 EUR aufgrund von Anwartschafts- und Pflegeversicherungskosten. Der Bund sowie Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein bieten ihren Polizeibeamten diese Unterstützung an.

Fazit

Der Beruf des Polizisten bietet eine Reihe von Möglichkeiten, sich beruflich zu entwickeln und dabei auch finanziell abzusichern. Das Einstiegsgehalt hängt von verschiedenen Faktoren wie regionaler Gehaltsstruktur oder Karrieremöglichkeiten ab. Zudem kann man mit weiteren Vorteilen bei der Vergütung rechnen. Um die bestmöglichen Bedingungen für sein Gehalt zu erhalten, ist es ratsam, sich über die jeweils geltenden Regelungen in Ihrem Land zu informieren und gezielt an Weiterbildungsmaßnahmen teilzunehmen.

Kai
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